13. Juni 2026: wir brechen von Visalia auf und ich habe sogar schon einen Teil des heutigen Beitrages vorgeschrieben:


Tehachapi – oder wie kommen die Züge über die Berge?

Gestern haben wir endlich unser Auto mit neuem alten Getriebe wiederbekommen und heute geht unsere Fahrt weiter gen Osten.

Ein Grund für unseren Getriebeschaden: die hohen Berge wie man mir versicherte. Wären wir nicht in die Sierra Nevada Berge zum Sequoia National Park gefahren, sondern hätten vielleicht einen Shuttle Bus genommen – wer weiß, wann wir dann stehen geblieben wären.

Denn Berge stehen nunmal auf dem Weg von West nach Ost…. oder Ost nach West.

Aber, wenn unser Auto solche Probleme hat, was machen dann eigentlich die ewig langen, zum Teil von 5 oder mehr Lokomotiven gezogenen amerikanischen Züge? Wie kommen die über die Rocky Mountains oder Sierra Nevada? Tunnel?

Nein, die Antwort findet sich in einem kleinen Ort im südlichen Kalifornien: Tehachapie

und lautet: Bahnaufzug! – Loop

In einer Schnecke windet sich der aus der Ebene kommende Zug mit 2% Gefälle in die Höhe, bis er ungefähr 23 Höhenmeter gewonnen hat. Klingt nach nicht viel, hilft hier aber die entscheidenden Meter.


Und hier kommt die Realität…

Ungefähr 150km von Visalia, am ersten längeren Anstieg, habe ich plötzlich kein Gas mehr!

Mitten auf der Autobahn, umgeben von rasenden LKW, gebe ich Gas und … nichts.
5000 Umdrehungen aber wir verlieren rasant an Geschwindigkeit.

Irgendwie schaffe ich es, auf den Standstreifen, Warnblinker an, Warnweste an, Hedy mit Regenschirm gegen die unglaubliche Hitze ausstatten und dann Problemsuche.

Klar, dass ich nichts finde, also wieder in Visalia die Werkstatt anrufen und sie schicken nach Stunden einen Abschlepper.

In der Zwischenzeit hatte ich natürlich versucht das Auto zu bewegen, aber ohne jeden Erfolg, der Motor hat aufgeheult, aber der Wagen rollte nur den Abhang runter….

Dann hielt ein Auto, ein junger Mann hüpfte raus und drückte mir 2 kalte Flaschen Getorade in die Hand – dann war er wieder weg. Unglaublich! Das sind die USA, immer hilfsbereit!

Kurze Zeit später hielt ein LKW und der Fahrer kam zu uns und fragte was los sei. Ich habe es ihm erklärt und leider habe ich im Lärm der vorbei donnernden LKW nicht alles verstanden, aber Fazit ist: er konnte manuell einen Gang einlegen und das Auto fuhr vorwärts!!!

Mit 10 Milen pro Stunde haben wir uns dann von der Autobahn zu einem schattigen Platz geschleppt, wo wir die nächsten viereinhalb Stunden verbrachten.

Immer wieder mit netten Anfragen, ob man uns helfen könne. Zum Glück waren Jesus und sein Sohn aber schon unterwegs uns zu holen.

Sodele, das war dann, gell? Ein langer, aufregender, frustrierender Tag, der mit dem Abschlepper endet und der Rückkehr nach Visalia in unser nettes Hotel mit dem klingenden Namen Lamp Liter Inn.

Nicht so schnell…. jemand hatte einen weitaus schlechteren Tag als wir. Ist euch die Rauchsäule über dem Dodge auf dem letzten Bild aufgefallen? Sie stand ca. die letzten anderthalb Stunden über dem Auto und wir haben sie kritisch beäugt, ob wir in Gefahr sein könnten. Waren wir zum Glück nicht.

Das Feuer war um kurz vor 3 Uhr nachmittags durch einen brennenden LKW Anhänger auf der anderen Seite der Autobahn ausgebrochen, ca. 3 km von uns entfernt.

Durch die Trockenheit und den heute starken Wind, muss das Feuer schnell auf die Böschung übergegriffen haben. Als wir mit dem Hänger vorbeikamen, waren Löschhelikopter, Schneisenfahrzeuge und Feuerwehr und Polizei im Einsatz.

Im Endeffekt sind 1000 Hektar Land abgebrannt, kurzzeitig gab es eine Evakuierungsanordnung, die zum Glück aber nicht umgesetzt wurde. Das haben wir heute aus den Nachrichten erfahren, heute = 14. Juni 2026

Und so ging unser Tag wirklich zu Ende, wir sind zurück in Visalia, in unserem alten Zimmer und warten was die Diagnose für unser Auto ist.

Alles in allem unschön, frustrierend und nervenaufreibend, aber wir sind gesund, munter und sicher, das ist was wichtig ist. Für den Rest:

Fingers are crossed!


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